architecture, industrial site

Architektur – Architecture

In meiner Malerei gibt es wiederkehrende Elemente. Neben der Natur, die ganz offensichtlich meine künstlerische Sprache geformt hat, findet sich die Architektur. Als ich auf diese ältere Arbeit von mir stieß, sie erinnert mich an einen Maschinenraum in einer Industrieanlage, verglich ich sie mit einigen neueren Arbeiten und dachte darüber nach, wie sich der Fokus meiner Arbeit über die Jahre verschoben hat.

Ich finde die Farben immer noch wunderbar. Sie schaffen Licht und Atmosphäre. Sie klären die Formen einerseits und schaffen andererseits ein kompositorisches Zusammenspiel. Das subtile Farbenspiel in den Flächen bringt die Flächen zum Leben und macht das Bild einladend.

paainting, architecture

ohne Titel (Maschinenraum), Bildobjekt Acryl auf Holz

In der zweiten Arbeit, die ganz aktuell ist, sind die Farben viel leuchtender, ohne aufdringlich zu werden. Die Komposition ist natürlich viel freier als im oberen Bild. Was ich an dem Bildkonzept mag, ist dass es im ersten Moment recht simpel erscheint, aber dann doch das Auge recht lange beschäftigt. Große Partien bestehen aus Gelb und Ocker, ein wenig Rot und Grün kommt hinzu und das war es dann auch. Aber trotzdem lädt es das Auge und besonders den Kopf ein zu erkunden, was hinter den Elementen steckt. Sie deuten auf Architektur, aber wenn man die Linien und Formen verfolgt, so passt das Gesehen nicht zu einem traditionell räumlichen Bild. Es scheint eher kubistische Mittel der Bildkonstruktion zu benutzen. Der malerische Stil öffnet die Struktur, die in klassisch kubistischen Bildern oft kalt und streng wirkt.

Architektur, Natur

ohne Titel (sonniges Gebilde)

Mehr tanzend und in freier Bewegung finden sich die Bildelemente in der Zeichnung, der dritten Abbildung. Während sie Elemente enthält, die uns vielleicht an eine Straßenszene denken lassen, ist sie noch viel freier als das vorige Gemälde. Sie zeigt Bewegungen einer menschlichen Hand, die lebhafte und locker wirkende Markierungen und Spuren in der Fläche hinterlassen hat. Was ich an dieser Art Arbeit sehr mag ist die Verbindung aus freier gestischer Arbeit, die teils schon an Kalligrafie erinnert, in Verbindung mit dem Beweis, wie schnell unser Gehirn anfängt, Inhalte, Bedeutungen, Sinn zu entdecken und dem Gesehenen Bedeutung zu verschaffen, das ja eigentlich nur aus ein wenig Tinte und Karton besteht.

 

In my paintings you will find certain recurrent topics. Besides nature which obviously has formed my artistic language most there is architecture. When I came across this older piece of work of mine, it reminds me of a machine room in an industrial plant; I compared it to some newer ones and thought how the focus of my interest has shifted over the last years.

I still find the colours lovely. They create light and atmosphere. They make the forms stand out clearly while supporting their interaction in the composition. The subtle colour changes in the areas make the work come alive and the painting inviting.

In the second work which is quite recent the colours are much brighter without becoming obtrusive. The composition is much more free of course than in the picture on top of this page. What I like about this concept of work is that it seems to be quite plain at first sight but it holds the eye for quite a long time. Large parts consist of yellow and ochre, a bit of red and green to add and that’s it. But anyway it invites the eye and especially the mind to detect what lies behind the forms and structures. They remind of architectural elements but pursuing the lines and structures they do not fit into something like a traditional perspective drawing. It seems to use more of the cubist tools of construction. The painterly style opens the structure which in traditional cubist works often tends to be cold and rigid.

 

Tuschezeichnung, Architektur, Stadtszene

ohne Titel (Stadtszene)

More dancing and free movement can be found in the drawing. Containing elements which might remind us of a street scene the structure is even more free, showing us the traces of a human hand moving across the plane and leaving its marks and traces. What I personally love most about this attitude is this combination of free gestural work, even a bit calligraphic in its effect, with the proof how our mind instantly starts detecting meaning, contents, any kind of sense and explanation for what is given with this piece of ink and cardboard.

 

Weben – Weaving

 

 

 

(work in progress, detail)

 

Auf der Suche nach der Reduktion? Oder etwas aus dem Malprozess heraus entwickeln? Ich bin mir nicht sicher, was aktuell mein Thema ist. Wahrscheinlich stimmen beide Beschreibungen.

 Looking for ways of reduction? Or working my way out of the process of painting? I am not sure what the actual topic is. Probably both descriptions are valid.

 

 

Wie viele andere Künstler fand ich es immer faszinierend, was mein Farbmaterial selbst an Wirkungen entfaltete, während ich damit arbeitete: Vielleicht war ich gerade damit beschäftigt, eine Vorstellung von Licht oder Volumen umzusetzen, wenn das mehr oder weniger flüssige, manchmal auch regelrecht klebrige Material Spuren und Strukturen erzeugte,  die ihre eigene visuelle Qualität und Daseinsberechtigung entwickelten. Sprechen Sie mit einem Maler und Sie werden eine ähnliche Geschichte hören.

Neugierde hilft. Versuche, einfach mal ein paar zufällige Spuren auf einem Untergrund zu hinterlassen und schaue, wie eine Kombination von Farben oder die Verbindung von Hand- und Körperbewegung etwas Besonderes entstehen lässt. Natürlich taucht die Frage nach Bewusstsein und Steuerung auf und es zeigt sich, dass es ein ausbalancierter Prozess von Intuition und Spiel einerseits und andererseits Kontrolle und bewusster Komposition wird.

Like many other artists I found it always fascinating what the material of paint was doing while I worked with it: Perhaps I was pursuing some idea of light or volume in my painting when the more or less fluid or even sticky material produces traces and structures which “just came out” and developed a visual quality of its won right. Talk to a painter and you will hear a similar story.

Curiosity helps. Just try to leave a few casual marks on the surface and see how a combination of colours and a certain movement of hands and body create something specific. Developing a lively structure it invites me to follow this line and so how a painting might grow. Surely the question of control will come up. It turns out to become a balanced process between intuition and playfulness vs. control and composition.

 

 

Ausschnitt aus einer “Sequenziellen Arbeit” von 6 Abschnitten, Acryl/Karton

Detail of a “Sequential Work” of 6 segments, acrylic on paper

 

 

Manchmal ist es ein Vorteil, meine Grundstruktur erst einmal zu definieren, indem ich eine Schicht Farbe als Untergrund auftrage.

Sometimes it helps to define my basic structure beforehand by giving a layer of paint to the background.

Das kann dazu führen, dass dies alleine schon “Form wird” und einen eigenen Bildansatz darstellt.

Sometimes it turns our to develop a form of its own and become part of a new work,

 


Immer hilfreich: Die Farbe lieben!

Always helpful: love color 😉

Wie viel – How much?


Überwiegend weiße Leinwand. Gestern habe ich ein paar Last Minute Entscheidungen getroffen, bevor der Tag vorüber war. Ich stellte die drei Leinwände auf und setzte ein paar Striche mit dem breiten Pinsel:

Ein Stück blauer Himmel war immer motivierend, eben noch das Grün ausprobieren, das mir in die Hände gefallen ist. Dann noch etwas Weiß, Orange und Ocker, damit es nicht so giftig wirkt … Alles vorsichtig setzen, mit langsamen Bewegungen, eigentlich ohne wirklich zu wissen, was es wird.

Bloß keine Bäume malen, brich solche Vorstellungen direkt wieder auf, wenn es zu deutlich danach aussieht. Unten mehr helles und gebrochenes Grün, aber nicht wirklich Wiese. Das Ganze oben wiederholen, um es aufzufangen. Senkrechten mit räumlichen Linien kombinieren, aber den Horizont lassen, de sich da so versetzt gebildet hat. Wie wäre es mit ein paar orangefarbenen Akzenten links und rechts? Mehr geometrische Elemente als Kontras zu den lebhaften Formen.

Nun gut, am nächsten Morgen die Frage: “Warum bleibt das nicht einfach so? der Betrachter sieht genug, um Auge und Gehirn auf die Reise zu schicken bei der Suche nach Bedeutung. Landschaft ist so einfach.”

Ich habe mein Ziel erreicht, die Balance zwischen dem Sehen von Objekten und dem von Farben und Pinselstrichen. Ist die deskriptive Element zu aufdringlich? Ist die Malerei stark genung, um die Auge eine Weile zu beschäftigen? Wie lange? Lange genug? Wann ist das?


Mostly white canvas. Yesterday I made some last minute decisions before the day was over. I placed these three canvasses und just started to set a few marks with a broad brush:

 A patch of blue sky was always motivating, just try out this kind of green I just found and make it less vicious with a bit of white, orange, ochre …  Place it carefully, slowly moving, but without really knowing what I do. “Don’t pain trees! Break those ideas as soon as they come up. More light and broken green in the lower part but no meadow. Reoeat on top and bottom to spoil that concept. Combine vertikals with spacial effects but leave that broken horizon intact that that has turned up eventually. How about some rather clear orange accents left and right? More geometry to place contrasts to the vivid forms.

 Well, right, on the next morning the question is there: why not leave it that way? The spectator sees enough to send eyes and mind onto the search for meaning. Landscape is so simple.

 

I have reached my goal, the balance between seeing objects and at the same time just colours and brush strokes. Is that descriptive part too obvious? It the part of painting strong enough to keep the eyes busy for a while! How long? Long enough? What is that?

 

zu den iPad Zeichungen – on iPad drawings

Ein paar Besucher kamen in mein Atelier und interessierten sich für die iPad Zeichnungen, …

… ein guter Anlass um wieder einmal einen Blick auf Arbeiten zu werfen, die teils bis 2012 zurück reichen. Sie sehen entspannt aus, in gewisser Weise verspielt. Ihre Einfachheit und die Farbzusammenstellungen erinnern an die Unmengen an Computergrafik, die unsere Desktops, Smartphones und Fernseher überschwemmen. Aber im Gegensatz zu ihnen wirken die Bilder nicht kalt und flach, sondern lebendig, wie ein paar schnelle Skizzen, was sie auch eigentlich sind. Mich interessierte die Verbindung von Aspekten, die technisch und künstlich wirken mit anderen, die im Kontrast dazu eine menschliche Handschrift zeigen.

Der Entstehungsprozess selbst hat eine ganz urtümliche und sinnliche Seite – trotz des High Tech Werkzeugs und der Glasoberfläche. Ähnlich dem Arbeiten mit Window Colours spürte ich die Bewegung der Finger und hatte die Entstehung von Linien und Farbflächen buchstäblich direkt in der Hand. Diese Spannung setzte sich in zwei Richtungen fort:

Zum einen waren die Skizzen ursprünglich in Feldern von vier mal vier Bildern angeordnet, wobei der hellgraue Hintergrund dazu führte, dass das Ganze wie eine Quilt-Decke an der Wand oder von der Decke hing. Die hellen, leuchtenden Farben und lebhaften Muster standen im Gegensatz zu der sehr technisch wirkenden Kunststoffoberfläche, auf die das Ganze gedruckt war (ca. 160 x 200 cm).

Zum zweiten wurden die Skizzen einzeln auf Aluminiumbord aufgezogen, in langen Bildreihen präsentiert und dies erinnerte eher an ein Pop Art Projekt, das die Kommerzialisierung der Bildreproduktion ins Zentrum stellt.

Aber alles das würde nicht reichen, wäre da nicht noch die Tatsache, dass die Bilder in unterschiedlichem Maße die Balance zwischen dem Abbildhaften und dem freien Spiel von Linie und Farbe beinhalten, ein Aspekt, der in den vergangenen Jahren mit im Zentrum meiner Überlegungen gestanden hat.

Was den Besuchern am besten gefiel, waren die nächtlichen Großstadtszenen. Schauen Sie nach, das Portfolio der iPad Prints ist aktualisiert und wird weiter ergänzt.

So haben Dinge, die zuerst gar nicht so erst gemeint waren, ihr Eigenleben entwickelt. Kunst lebt.

 

Some visitors came into my studio and were interested in my iPad drawings, …

… a good situation to have a look again at works that reach partly back to 2012. They look easy going, playful in a way. Their simplicity and colour schemes remind of those loads of computer graphics flooding our desktops, mobiles and TV screens. But in contrast to them they do not look flat and cold but lively, like quick sketches, what most of them actually are. The combination of layers that look artificial and technical in relation to aspects which show human handwriting caught my interest.

The process itself had a very basic and sensual quality – despite the high tech device and the glass surface. Similar to working with window colours I felt the movement of my fingers and the development of lines and colour areas literally at my finger tips. This contrast was extended into two further directions:

First the sketches were organized as rather small images in rows and columns four by four, which on a light grey background gave them a look like a quilt decoration hanging from a wall or ceiling. Nice bright colours and lively patterns were in contrast to a rather technical plastic surface the whole item was printed on (approx. 160 x 200 cm).

Second the sketches were printed and presented on aluminium board in rows of lager numbers, suggesting some sort of pop art serial thing focussing more strongly on the commercial aspect of image production.

But all this would not be enough if not for the fact that in varying degrees the pictures contained the balance between depicting aspects and the free flow of lines and colours, a point that has been a focus for me over the last years.

What the visitors liked best were the city scenes by night. Have a look, the portfolio is updated and some more samples will follow.

So things that were not at first meant to be “something serious” developed a life in their own right. Art is.


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