Alles sauber -Neat and Clean

Alles sauber hört sich so einfach an, ist aber sicher nicht der Standard im Atelieralltag. Viele Dinge erwarten einen: Aktuelle Arbeiten, über die man erst noch ein wenig nachdenken möchte, Neues, das noch im Zustand des Entstehens ist, manches fast Fertige benötigt noch den letzten Handgriff und den letzten kritischen Blick, ganz zu schweigen von all dem, was inspirierend ist und darauf wartet, ausgesogen und verarbeitet zu werden auf dem Weg in die Kunst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine gute Methode, um sich selbst einen Kick zum Aufräumen zu geben ist es, eine Künstlerkollegin oder einen -kollegen einzuladen, seinen ode ihre Arbeit im Atelier zu präsentieren. Das genau ist es, was nun eingetreten ist und … voila: alles ist umgeräumt, weggepackt, oder auf geniale Art versteckt (hoffe ich jedenfalls).

Nun kann es los gehen und ich freue mich, wenn Anfang März Rike Stausberg aus Gummersbach mit ihren Arbeiten kommt, und wir im Atelier viele zufriedene Gäste begrüßen dürfen.

 

 

 

 

 

 

 

 Neat and clean is not the standard in the everyday studio situation. Lots of things wait for you: recent work to be pondered upon, new work just in the state of emerging, things nearly done wich have to get their last touch and approval, not to mention those which are simply inspiring and wait to be absorbed or transformed into some piece of artwork.

A good way to kick yourself into some action ist to invite a fellow artist to Show his or her work in your place. This was what has happended right now and …  voila everything is rearranged, stowed away or hidden by some clever means (hope so).

Now I am looking forward for March when Rike Stausberg from Gummersbach comes with her work and we hope to welcome a lot of happy visitors at the Studio.

Ai Weiwei – Destruction Construction (II.)

2015 London Oktober Earthquake relics 22015 London Oktober Earthquake relics 1Im Jahr 2008 traf das tödlichste Erdbeben seit 1976 die Gebiete von Mianyang, Ngawa, Deyang, Guangyuan und Chengdu in China. Die meisten Gebäude, die zerstört wurden, standen in den ländlichen Regionen. Über 4,8 Millionen Menschen waren obdachlos. Alle Fernstraßen nach Wenchuan, dem Epizentrum, des Bebens, waren zerstört, so dass Hilfstruppen nur mit Verspätung eintreffen konnten (zitiert nach Wikipedia, dort mehr Details zum Thema).
Der Chinesische Künstel Ai Weiwei hat diese Gebiete trotz der Versuch der Behörden, dies zu verhindern besucht. Gemeinsam mit einer Gruppe von Helfer dokumentierten sie die Zerstörungen und vor allem die schlechte Bauqualität, verursacht durch Korruption und mangelhafte Umsetzung durch unqualifizierte Bauhandwerker.
Stahlbetonelemente hatten den Kräften nicht standhalten können, weil der Beton zu schlecht war, die Stahlarmierungen fehlten oder sie nicht hinreichend gebogen worden waren, so dass die auftretenden Kräfte sie einfach aus dem Material herausgezogen haben.
Der Künstler dokumentierte seine Ergebnisse. Baustahl wurde gesammelt, wieder gestreckt und in Form einer Großplastik auf dem Boden eines der Hauptsäle in der Londoner Ausstellung de Royal Academy of the Arts 2015 arrangiert. Die Gestaltung gibt dem Ausmaß der Zerstörung eine ungeahnte Sichtbarkeit: an der Wand finden wir die Namen der Opfer. Sie möchten als Menschen erinnert werden. Außerdem weist die Anordnung eine Struktur auf, die an die Reibungen und Verschiebungen von Kontinentalplatten erinnert.
Material aus Situationen der Zerstörung zu retten und wieder zum Sprechen zu bringen ist eine Methode, die der Künstler in verschiedenster Weise benutzt. Die traditionelle Handwerkskunst und China verschwindet mehr und mehr, nicht erst seit den ökonomischen Aufstieg der letzten Jahrzehnte und den auftretenden kapitalistischen Elementen in Politik und Gesellschaft. Schon die Kulturrevolution der frühen Jahre zerstörte bewusst viele Spuren der Vergangenheit.
Ai Weiwei hat Handwerker gefunden, die alte Technike beherrschen und hat ihnen Arbeit gegeben. So verbinden einige seiner Werke traditionelle Handwerkskunst (z.B. aus Resten buddhistische Tempel) mit Bezügen zu den Zerstörungen heutiger Tage durch die Politik. Nebenbei: Die Holzskulptur zeigt den Verlauf der chinesischen Grenze, ausgerollt auf dem Boden eines große Ausstellungsraums, eine Referenz an die eigene Nation, ihre Geschichte und Traditionen.

 

2015-London-Oktober-Earthquake-relics-3In 2008 the deadliest earthquake in China since the 1976 hit the areas of Mianyang, Ngawa, Deyang, Guangyuan and Chengdu. Most of the buildings that collapsed were in rural areas and did not adhere to building codes. At least 4.8 million people were rendered homeless. All highways into Wenchuan, the epicentre, were damaged by the quake, delaying the arrival of relief troops. (quotation from wikipedia, see a more detailed list there).
Chinese artist Ai Weiwei visited these areas though authorities tried to keep him from doing so. Together with a group of helpers he documented destructions and especially low quality of buildings due to corruption and mismanagement by lowly qualified builders.
Concrete elements that had meant to be reinforced by steel had not withstood powers because of the low quality of the concrete, the missing steel element because of corruption or mismanagement, or even by the fact that they had not been bent properly and the forces of destruction had simply pulled the off from their surroundings.
The artist documented his findings. Steel reinforcements were collected, straightened out and rearranged to form a large scale sculpture now covering one of the main rooms of the exhibition in the Royal Academy of London. The arrangement gives the amount of destruction an unexpected visibility: on the wall the names of the victims are listed and ask to be remembered in person. Furthermore the structure laid out on the floor shows sculptural lines evoking the frictions and shifts of continental shelves.
Recovering material from destruction and making it speak out is a method the artist uses in various ways. Traditional Chinese arts and crafts seem to disappear more and more, not only since the rise of economy in the last decades and capitalist elements in Chinese politics and society but the cultural revolution of the early years destroyed lots of traces of the past.2015 London Oktober woodwork 2
Ai Weiwei foundd craftsmen who knew about the old ways of woodwork and gave work to them. So some works integrate elements of traditional craftsmanship (for example in relics of old Buddhist temples) with relating to destruction caused by today’s politics. The wooden sculpture by the way depicts the outline of the Chinese border unfolded on the floor of a large exhibition room, honouring his own nation, its history and traditions.

Feed your head!

Der berühmte Ausruf von Grace Slick (Jefferson Airplane) in “White Rabbit” hat sich bei mir festgesetzt, auch wenn ich ihn nicht so verstehen würde, wie er ursprünglich gemeint war ;-).

Hat Kunst nicht damit zu tun, dass man dem Auge und dem Gehirn etwas anbietet, was die beiden beschäftigt?

Bei der Vorbereitung der Inhalte für die neue Website habe ich mir zahlreiche Bilder von älteren Arbeiten angeschaut. Als ich so darüber nachdachte, kam mir der Gedanke, dass dies eine gute Verbindung zwischen den unterschiedlichen Arbeiten darstellt, die ich die vergangenen 25 Jahre angefertigt habe. Bereits in den Jahren, bevor ich mit mehrteiligen Bilden gearbeitet habe, als ich mit Malerei über Reliefzeichnungen experimentierte, ging es im Kern un die Interaktion verschiedener Ebenen von Sehen und Erkennen. Aber irgendwie war das Verfahren sehr langsam und wenig effektiv, wenn es darum ging, Versuche aus ganzen Gruppen und Serien von Arbeiten zu machen.

Als ich merkte, dass ich per Zufall das erste mehrteilige Bild erstellt hatte, änderten sich die Dinge: Die Teile ergaben einen durchgehenden Bildraum und überbrückten die Lücke zwischen den Bildtafeln. Wie ging das vor sich? Was waren die Bedingungen, die dafür sorgten, dass das “klappte”? Was mussten die Teile dem Auge und dem Gehirn anbieten, damit im Kopf des Betrachters ein Bildraum entstand? Was musste man der Wahrnehmung dafür anbieten? Diese Frage hat mich in den vergangenen Jahren angetrieben.

 

 

This famous quote from “White Rabbit” (Grace Slick, Jefferson Airplane) has been following me for years actually. Never with face value ;-), though.

But does not art have to do with giving the mind and the eye something to feed on, to work with, to keep them busy?

Preparing the contents of my new web page I browsed through a lot of pictures of older works again. Thinking it over it came to my mind that this might bridge the different works I have been doing over the past 25 years. Even in the years before I started working with multi panel paintings, when I experimented with painting over relief drawings, the key process was and interaction of different elements, different levels of recognition and perception. Somehow this method was slow and complicated, not very efficient to experiment in groups an series of paintings.

When by chance I found out I had done my first multi panel painting it was different: the parts formed a continuous pictorial space bridging the gaps between the panels. How did that work out? What were the conditions for success? What did the parts have to offer eyes and brain to make up this pace in the minds of the viewer? What did imagination feed on? The question that as followed me for the past years.