Old Friends – Alte Freunde rev.

Ein neuer Anlauf mit einem alten Format: die Holztafeln 210 x 30 waren zu Beginn meiner Arbeit mit mehrteiligen Formaten einer meiner Standards. Eine Zeit lang haben sie sich verborgen, nun entsteht eine neue Arbeit, die man „mal eben an die Wand lehnen“ kann, ein Bild-Objekt. Ich bin gespannt!  

 


 

… und abends:

 

20160424-abends

 


 

—- English version to come …

Größe ist wichtig (2) – A whole lot of reality – Size does matter (2)

In den vergangenen Jahren habe ich mit Leinwänden und Holztafeln verschiedener Größen und Proportionen gearbeitet. Wenn ich die Ergebnisse miteinander vergleiche, dann stelle ich fest, dass der Einfluss dieser Entscheidung auf die Ergebnisse viel größer war, als ich ursprünglich angenommen habe. Was meine Bilder bezüglich der Rezeption beim Betrachter ausgelöst haben hing sehr stark von diesen Vorentscheidungen ab.

#298 Außenlager

Städtische Galerie Haus Seel, Siegen

Große Formate haben tendenziell die Eigenschaft, den Betrachter mit seiner Vorstellung in eine farbige Welt eintauchen zu lassen, deren Teil er dann gedanklich werden kann. Ein Blick in die Kunstgeschichte zeigt, dass dies ein grundlegendes Mittel war, um Illusionscharakter zu erzeugen.

#298 Außenlager

Städtische Galerie Haus Seel, Siegen

In einer gut besuchten Ausstellung im Jahr 2001 stellte ich ein Triptychon her, eine Art Werk, das üblicherweise aus drei Bildtafeln besteht, die in einer mehr oder weniger starken Beziehung zueinander stehen. Es füllte den Hauptraum der Galerie im Wesentlichen aus. Drei Leinwandrollen von 50 cm Breite hingen von der Decke und ließen untereinander einen Zwischenraum gleicher Breite. Sie zeigten in einem recht naturalistischen Darstellungsmodus eine Szene mit architektonischen und technischen Elementen, die einen derartigen Illusionsraum schufen.

Die Leinwandrollen waren nicht völlig abgewickelt,  so dass der Besucher im Unklaren blieb, „wieviel Landschaft“ noch auf der Leinwand vorhanden war, wenn er das weiter abrollen dürfte.

Größe und Platzierung der Arbeit ließen das Ganze mehr wie einer Installation oder zumindest wie eine Skulptur wirken, die rundum aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und sogar durchschritten werden konnte. Das Ganze zeigte also nicht nur noch eine weitere Arbeit eines Künstlers der mit recht traditionellen Mitteln ebenfalls Raumillusion schaffen konnte, sondern über ein Stück Malerei, das gleichzeitig ein Trio von Leinwandstreifen war, die sich als Ebenen schwungvoll durch den Galerieraum bewegten und Besucher, die sich für Ihren Sehvorgang durch den Raum bewegen mussten, um möglichst viel Informationen über das Werk aufzunehmen.

#297 Entfaltete Landschaft V., 9 m, 28 tlg. (WP1000)

Kunstverein Nümbrecht

Sehr kleine Bildelemente hatte ich dagegen einige Zeit später verwendet: Bei den „Entfalteten Landschaften“ handelte es sich um eine Serie von Arbeiten, bei denen ich bis zu 28 Teile an den Wänden arrangiert hatte, manchmal um Ecken herum oder durch Nischen im Galerieraum geführt. Sie zeigten ihre Landschaften auf Streifen von vielleicht Daumenbreite. So konnten sie auf den Betrachter wie Sehschlitze oder Schießscharten in einem Gemäuer wirken, das nur einen sehr begrenzten Blick auf die Landschaft dahinter frei gibt.
Man musste schon recht nah an die Ausschnitte heran gehen, um einen guten Blick auf das Motiv zu haben, aber um die Vorstellung einer Landschaft zu erlangen oder in der Vorstellung zu überprüfen, musste man sich von den Tafeln entfernen. Dabei jedoch verlor sich wieder der Blick für das Detail und so lösten diese Arbeiten ständige Bewegungen der Betrachter im Raum aus, die zwischen Nahsicht und Gesamtsicht pendelten.
Diese Arbeiten zeigten sehr gute Beispiele dafür, wie wir Menschen durch sequentielle Wahrnehmung unsere Vorstellung von einer wahren und ganzheitlichen Wirklichkeit bilden.

#297-Entfaltete-Landschaft-V.-28-tlg

Atelierausstellung, Neunkirchen

Over the years I have worked with panels and canvases of various dimensions and proportions. Comparing the results I find that these choices have had a much greater impact on the results than I had expected. What my works did with the perception of the visitors depended a lot on these decisions.

Large sizes tend to invite the visitor to immerse into a colourful world he can imagine himself to be a part of. Looking into art history we find a basic ingredient of producing illusions.

In a widely acknowledged show in 2001 I did a triptych, a painting consisting of three panels working together in a more or less close relationship, which filled the main space of the communal gallery at Siegen, Germany. Three canvas roles of approximately 50 cm (1 ft. 8 inches) width hung from the ceiling leaving a space of the same width between the three of them. They showed in a rather naturalist mode the scene of some architectural and technical items creating such an illusionary sort of space.

The canvas roles were lying on the floor, not wholly unrolled, so the visitor was kept in uncertainty how much “landscape” was yet to be unrolled if he was allowed to have a look.

The size and placement of the canvas made this more like an installation or at the least more like a sculpture which could be seen from all angels and even passed through between the canvas stretches. So the whole thing was not only about another artist able to create illusion with rather traditional means but about a painting you could perceive as a piece of canvas, of large sheets moving along the gallery space and the visitor moving around just to be able the gather as much information as he could about this piece of art.

#297-Entfaltete-Landsch.-V.

Atelierausstellung, Neunkirchen

Very small spaces were used as elements some time later. “Unfolded Landscapes” was the title of a series of works where I arranged sequences of up to 28 little paintings on walls, sometimes around corners and along niches in the gallery space. They showed their landscapes on panels only as wide as a thumb. So they could remind you of small slot in the wall leaving open only a very limited view on the landscape opening in the background.
One had to come rather close to the paintings to get a good view but to get an idea of the landscape people tended to move back to get some sort of overall view. But this did not really work out the lost detail with getting distance. In the end there was a constant movement getting close to the single paintings and getting into the distance to put the pieces together in the mind of the visitors.
This group of works presented rather good demonstrations of how our mind puts together elements of sequential perception to the idea of a truthful and complete reality.

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